1994

22.1.

  • Das Wohlbehagen von Soldaten
  • EA
  • Sabine Bürger
  • I, PR
  • buerger

18.2.

  • Inventar
  • EA, PERF
  • Petra Deus
  • PR(Stadtanzeiger)

8.4.

  • Stark Öckan
  • DA, AK
  • Alice Kinser, Andrew Walther
  • I, VID
  • oeckan

6.5.

  • Die friedliche Dimension der Katastrophe
  • DA
  • Thomas Wauer, Carsten Busse = solitaire factory
  • I
  • busse.jpg

13.5.

  • Ausgabe der ersten Performanceoptionsscheine
  • AK, SKR, MM, PERF
  • Hansen, Ronig, Kirsch, Drache, Wolf
  • I
  • Die Anfahrt ausserhalb Kölns ist im Preis nicht inbegriffen Karnevalsveranstaltungen, Parteipolitische Veranstaltung und Veranstaltungen des öffentlich rechtlichen, sowie des privaten Rundfunks sind ausgeschlossen.
    Der Käufer eines Optionsscheins erwirbt keine Rechte an der Dokumentation der durchge führten Performance.
    Die Option verfällt nach 5 Jahren.
    Eine Durchführung die auf Wunsch des Käufers in einer Weise stattfinden soll, die den Künstler in seiner Gesundheit, seiner persönlichen Integrität und psychischen Gesundheit gefährdet, kann vom Künstlers abge lehnt werden.
    Der Betrag ist sofort zu zahlen.
    Der Käufer hat dem Künstler spätestens drei Wochen vor der Ausführung seinen Terminwunsch mit zuteilen.
    Die Ultimate Akademie garantiert die ordnungsgemässe Abwicklung der Leistung
    Nach ihrer Durchführung wird der optionsschein vom ausführenden künstler abgezeichnet.
  • Performanceoptionsschein
    Option Hansen Performance
  • Performanceoptionsschein
    Option Ronig Performance

9.-12.6.

  • Planetarische Gesellschaft
  • DA
  • Pellini/Berbesz
  • I
  • planetarische gesellschaft
  • GRUNDSÄTZE DER PLANETARISCHEN GESELLSCHAFT
    Die Mitglieder der planetarischen Gesellschaft verstehen sich als Wesen
    des Planeten Erde, deren Aufenhaltszeit durch ihre Lebenszeit definiert ist. Da sie sich in einer Kette von Vorgängern befinden, bekennen sie sich zu dem Grundsatz, den Planeten im gleichen lebenswerten Zustand zu verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben, bzw. Anstrengungen zu unternehmen, die vorgefundenen Lebensbedingungen zu verbessern.
    Das natürliche Kreislaufsystem der Erde darf dabei nicht verändert oder gestört werden. Aktion und Produktivität müssen unter ganzheitlicher Denkweise entwickelt werden - Arbeitsresultate dürfen nicht zu einer Schädigung anderer Kreislaufsysteme führen. In dem Bewußtsein ein Teil des Organismus Erde zu sein, stellen sich die Mitglieder einer globalen Mitverantwortung: sie bekennen sich zu einer friedlichen Lebensweise und Anerkennung anderer Rassen, Völker und Religionen. Neben dem persönlichen Recht auf freie Entfaltung verstehen sich die Mitglieder als Teil eines globalen sozialen Systems, in dem die Stärkeren den Schwächeren helfen und bekennen sich zum Grundsatz demokratischer Ordnung. Die Bewahrung und Förderung von Kunst und Kultur dient der Gesellschaft als wichtiges Mittel der Verständigung.
  • Stationen des Projekts:
  • 6/94 Ultimate Akademie, Köln (D)
  • 8/95 Den Frie, Kopenhagen (Den)
  • 9/95 Stara Barutana, Belgrad (Yug)
  • 11/95 (Chiangmai Social Installation) Chiangmai (Thailand)

17.6.

  • Visuelle Musik
  • EA
  • Birgit Berger
  • I, PR (KSTa)
  • berger

5.8.

  • Spectaculum Exhibitionisticum Narcisticum
  • DA
  • Henrik Pryds Beck/ Rebecca Löwe
  • I
  • daen.jpg (2093 Byte)

9.9.

  • Masken Mantelbilder
  • EA
  • Manfred Lingscheid
  • I
  • lingscheid /

1.10.

  • Peanuts
  • EA,MM
  • Parzival
  • I, VID
  • parz2.jpg (1593 Byte)

1.11.

  • Offenes Stillstandsbüro
  • MM
  • Tauchert, Kerstein, Kirsch,Wolf
  • I, DOK, SKR
  • stillstand /
  • Der Stillstand, der 1992 als Organ der Staufreunde n.e.V. (nicht erforderlicher Verein) gegründet wurde, verlagerte in den letzten Jahren seinen Schwerpunkt weg von der Beschäftigung mit Stauereignissen im Verkehr, hin zu einer Beschäftigung mit so elementaren Themen wie: Volk im Raum oder UNTERWASSER. Das Thema der 94er Herbst- Ausgabe (Nr. 6) lautet UNTER DER ERDE mit Beiträgen zu den grundlegenden Problemen unserer Zivilisation, die nicht nur auf unseren Strassen immer wieder zu Stillständen führen.

1.11.

  • DER STILLSTAND #6
  • Ultimate Akademie
  • Unter der Erde
  • Roland Kerstein, Karl-Josef Bär, Inge Broska, Dr. Stefan Gasgeber, Jürgen Fischer, S.M.R.Motamedi, Parzival, Peter Kleinert, Hans Georg, Frank Dommert, Walther Stehling, Tom Toys, R.J.Kirsch, Peter Wolf, Theresa Drache, Enno Stahl, CAP/Grundheber, Blau., Volker Haman, Hans-Jörg Tauchert
  • KIRSCH, TAUCHERT, KERSTEIN
  • Webseite: DER STILLSTAND

15.11.

  • 100 Performances
  • MM
  • CAP/Grundheber, Kirsch, Vormbusch, Olga da Laska, Bergère, Knecht, Busse, Drache/Stoffel/Möbius, Tom Toys, Rolf Persch, Flick, Trixi Weis, Pokoyski, Bernhard peters, Ibsch, solitaire factory, Wauer, Sam Dekker, Tom KoeseL, Wolf, Fietse Nowitzki, Zimmermann, Ronig, Rick E. Loef, Soumaré-Lay, Meiner, Hammes, Hansen, Susanne Helmes, Stahl, SMR Motamedi,Broska, Kerstein,Thomas F. Fischer, Tauchert, Ingo Gräbner, Rudolf Hoffmann, Johannes Hamm, ro.ka.wi., Siglinde Kallnbach, Parzi-val, von den brinken, Robert Reschkowski, Steponka sunlowa, Frank Gerbothe, R. Hinterecker, Helena villalobos, knopp ferro, Guido Vogt
  • und Idee: KIRSCH
  • l PR (KSta), I,PH,VID
  • Die Performance besetzt eine Lücke, die Theater, Kabarett, Oper und Pantomime nicht zu schließen vermögen. Sie schiebt sich zwischen alle diese Gruppen und benutzt aus ihnen Elemente, so daß Übergänge vorkommen und eine strenge Definition nicht leicht möglich erscheint, bedeutet doch das Wort Performance einfach nur Auftritt, Aufführung, der als wichtigster Eigenschaft die Kürze hinzukommt, womit dann alle klassischen Darstellungen wie Theater sich schon durch die Dauer unterscheiden. Mit dieser Definition war man an diesem Abend am besten bedient. Es gab Perfomances, denen man ansah, daß sie aus der Richtung des Theaters oder des Kabaretts entstammten. Meist sieht man Performances nur einzeln mit unterschiedlich kurzer Dauer. Nur die noch seltenen „Performance Festivals wie in Oldenburg, Nürnberg, Ostrava usw. bieten Gelegenheit, Performances unterschiedlicher Dauer hintereinander zu sehen. Durch die Beschränkung auf nur eine Minute konnten aber 100 Performances von 50 Künstlerinnen und Künstler an diesem Abend gezeigt werden. Für jeden Darsteller waren maximal 5 Performances möglich. Bei 100 Performances war es unumgänglich, für einen streng geregelten Ablauf zu sorgen. Die 100 Performances waren in 5 Blöcken zu je 20 Performances aufgeteilt, zwischen den Blöcken gab es eine Pause von 5 Minuten, danach versammelten sich die Teilnehmer des nächsten Blocks hinter der Bühne, wo das Zubehör chaotisch anwuchs. Die Minute konnte ohne Widerspruch überschritten werden; die meisten hielten sich aber an das Klingelzeichen, das Bernd von den Brincken am Beginn und am Ende jeder von der Stoppuhr abgelesenen Minute ertönen ließ. Außer der Namensnennung wurde bewußt auf jede Moderation verzichtet, die Performances sollten für sich sprechen. Reihenfolge und Titel konnten aber von den Besuchern aus einem Faltblatt entnommen werden. In vollem Theaterraum nahmen Publikum und Darsteller begeistert Anteil. Dem Experiment lag dabei nicht die Absicht zugrunde, ins Guinness Book der Rekorde zu kommen, sondern eher der schnellen Bildfolge des Fernsehens Konkurrenz zu bieten. Auch das interaktive Fernsehen wird die Wirklichkeit noch weniger zeigen können, eine sicher selbstverständliche, aber selten betonte Tatsache, daß der Macht des Fernsehens, scheinbar alles zeigen zu können, von vornerein Grenzen gesetzt sind. Die selbstverständliche Eigenschaft der Performance, lebendige Bilder zu liefern, wird im Vergleich zum Fernsehen zur herausragenden Überlegenheit. Der Abend im Urania Theater schaffte auch die Bedingung für Spontanität, die sonst nirgendwo mehr möglich scheint. Zuschauer konnten sich durch Zwischenrufe, wenn auch oft unbedarfter Art (Langweiler!) bemerkbar machen. Die „Kunst an diesem Abend bestand darin, in einer Minute eine Sache auf den Punkt zu bringen.
    In einem Anfall von Wahnsinn zerhackte Manfred Hammes im Stakkato mit dem Beil Stoffpuppen, jeweils synchron zu den zwei Wörtern Leben, Tod, Leben, Tod.... In der Zeitspanne zwischen Leben und Tod blieb zum Leben keine Zeit mehr. Der dramatische Akt ging unter großer Anteilnahme des Publikums vor sich. Auffallend der unterschiedlich große Materialaufwand. Drache, Stoffel, Möbuis leiteten jeden Block mit einer „Totentanz genannten, aufwendigen Performance mit eigenhändig gespielter Gitarrenmusik ein, als wollten sie den gesamtem Abend bestreiten. Während Ralf Vormbusch nur sich selbst benötigte. Er ging auf und ab oder stand für eine Minute, dazu paßte der Titel „Standbild gut. Roland Kerstein schaffte es, ein auf seinem Kopf stehendes Feuerzeug auszublasen. Robert Reschkowski, wie immer gut gekleidet, verschaffte sich trillerpfeifend mit seiner schwarzen Papprolle einen Intimbereich, wo er in Ruhe seine Hosen runterlassen konnte. Al Hansen nutzte seinen Auftritt dazu, die traurige Nachricht vom Tode Michael Buthes bekanntzugeben, mit einer kurzen Charakterisierung seines Lebens, wie man sie wohl in keiner Zeitung zu lesen bekommt. Trixi Weiß, aus Prag zeigte die Selbstverliebtheit eines Mädchens, sie saß am Boden, schminkte sich und beobachtete mit dem Spiegel ihr Geschlecht. Es gab unglaublich witzige Darstellungen. Karin Meiner bot Performances verschiedener Preisklassen an, je nach Klientel schraubten sich die Preise immer höher. Zum erstenmal hörte man endlich den bisher nur gemalten „Schrei von Edvard Munch. Unter passender Maske brachte ihn Parzival sogar mehrmals hintereinander zu Gehör. An anderer Stelle hörte man von ihm die Ursonate von Schwitters, in noch nie gehörter Kurzform. Thomas Wauer aus Leipzig überwand den Witz mit Verblüffung: Er öffnete auf der Bühne rückartig seinen Mantel und darunter konnte man auf einem Schild das Wort „OSSI lesen. Man fragt sich, warum dieses „Outing eine solche, fast erschreckende Wirkung hervorruft. Jo Zimmermann sang auf den Schultern von Frank Dommert einen Schlager, Starallüren persiflierend. Beate Ronig nahm sich gleich ein Buch mit Witzen vor. Ruth Knecht entnahm beim Gehen aus ihrer Tasche eine neue Tasche und daraus immer wieder kleinere Taschen. Peter Wolf palaverte in einer Phantasiesprache und stellte gestenreich verschiedene Typen dar, ähnlich kombinierte auch Susanne Helmes Sprache und Gestik zu einer eindrucksvollen Einheit. Frank Gerbothe bohrte in ein gefrorenes Hühnchen drei Löcher, in die er drei Federn steckte. Markus Krips trat mit einem riesigen Marijuanastrauch auf. Allerdings erhellte das Scheinwerferlicht die Bühne zu früh. Motamedi las schweigend den Nachruf eines ehemaligen Hundes. Am Schluß der Minute bellte er kurz. Für den Reisenden stellte Jo Zimmermann ein Grabkoffer mit Erde und 3 Kreuzen vor. Ingo Gräbner bedankte sich nach 3 Seiten, von einem Stuhl herab, beim Publikum. Tom Toys entfaltete ein grünes Blatt Papier bis zur Din-A-2 Größe und riß daraus einen Innenteil heraus, so daß ein Rand als Rahmen übrig blieb, den er dann von beiden Seiten zeigte und beim Klingelzeichen, zum Ende der Minute durch zereißen des Papierrahmens vernichtete: Zitat:Restlose Projektionstilgung zum 10000 Jubiläumsmale! Anja Ibsch(Verfütterung/Abspeisung) versuchte in einer Minute einen Korb mit Äpfeln zu verteilen, die sie zuvor anbiß. Enno Stahl zeigte seineNichtanwesenheitsperformance. Helena Villalobos bot dem Publikum Milch an. Viele Performances habe ich nicht sehen können, deshalb seien hier nur die Namen genannt: Knopp Ferro, Rolf Hinterecker, RO.KA.Wi., Olga Da Laska, Rick E.Loef, Birgit Berger, Roland Bergére, Tom Koesel, Nini Flick, Rudolf Hoffmann, Guido Vogt, Sam Dekker, Fietse Nowitzki, Thomas F.Fischer, CAP/Grundheber, Bernhard Peters, Dietmar Pokoyski. In diesem Zusammenhang noch zu erwähnen Bernd v.d. Brincken, der durch sein stringentes Zeitmanagement den Abend überzeugend strukturierte. Für Inge Broska stand die Zuckerrübe im Mittelpunkt.
    Das Motiv durchzog bis zum Ende 5 Variationen und bildete auch einen musikalischen Abschluß: Im Walzertakt wälzten sich Hans-Jörg Tauchert und Inge Broska als „Sandwich verbunden über den mit Mehl bestreuten Boden. (Walzer kommt von Wälzen). Anschließend tanzten Publikum und auch Darsteller auf der Bühne den Walzer wieder senkrecht. Die Performance birgt ein großes Potential an Lebendigkeit und Begeisterung, das gerade in einer kunstzüchtenden Umwelt, in der eine kleine Elite für eine andere kleine Elite arbeitet, bisher wenig Förderung erlangte. Die ungezügelte, sich über Stilgrenzen hinwegsetzende Performance bedarf der Zulassung, bevor sie mit Wiederholungsverbot akademisch trockengelegt wird. Es handelt sich nicht um hochge schraubte Einmaligkeiten, auch nicht um Animationen der Animation willen, sondern um direkt vergängliche Äußerungen sehr einfacher Art. Dann hätte man etwas massenhaft Angewandtes, auf das vielleicht der Begriff „Volkskunst zuträfe. Leider ist der Begriff so gründlich mißbraucht und entwertet, daß mehr als nur eine neue Definition nötig wäre. Die andere Gefahr besteht darin, daß die Performance in das Fahrwasser von Karaoke gerät, wo das Interesse, eine konsumgerechte Begabung zu finden und auszubeuten an erster Stelle steht.

    Hans-Jörg Tauchert
  • 100
    solitaire factory
  • v.d.brincken
    Zeitmanagement: Bernd von den Brincken>


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Verzeichnis der Abkürzungen
  • PR: Presse-Veröffentlichung/Zeitung
  • PH: Photo
  • I: Einladungen
  • P: Poster
  • DOK: ausführl,Dokumentation/Katalog
  • VID: Video
  • SKR: Skript, Presseerklärung etc.
  • MULT: Multiple
  • PERF: Performance
  • AK: Aktion
  • GA: Gruppenausstellung
  • EA: Einzelausstellung
  • DA: Duoausstellung
  • MM: MultiMedia-Event
  • Beteiligte (bei erstmaliger Nennung oder bei möglichen Überschneidungen mit 
    Vor-, sonst nur meistens Nachnamen)
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